Webdesign

Wie man mithilfe des Sichtbarkeitsindex Wettbewerber im Auge behält

Wer eine Website erstellen oder relaunchen möchte, kommt nicht an einer Wettbewerbsanalyse vorbei. Schließlich wollen Sie wissen, was die Konkurrenten online zu bieten haben. Themen wie Branding, Design, Usability oder Informationsarchitektur sind wichtige Parameter, mit denen Sie die Wettbewerbssituation einschätzen können. Wenn Sie aber wissen möchten, wie erfolgreich Ihre Wettbewerber dabei sind, potenzielle Kunden im Internet auf sich aufmerksam zu machen, dann schauen Sie sich am besten den sogenannten Sichtbarkeitsindex an.

 

Der Sichtbarkeitsindex ist eine tolle Erfindung: Mit ihm lässt sich die Sichtbarkeit jeder Website bei Google und anderen Suchmaschinen analysieren und bewerten, also auch die der Websites Ihrer Wettbewerber und Ihrer eigenen. Zur Ermittlung des Index arbeiten alle Anbieter mit sehr großen Mengen an Keywords, um dann anhand dieser Datenmatrix die Sichtbarkeitskennzahl für die jeweilige Seite zu berechnen. Der Sichtbarkeitsindex ist nicht als ultimativer Wert einer Website zu verstehen, kann aber gerade im Wettbewerbsvergleich sehr nützliche Einblicke liefern. Sie brauchen dafür ein SEO-Tool von einem der gängigen Anbieter wie SISTRIX, Searchmetrics oder Xovi. Auch zahlreiche kostenlose SEO-Analytics-Werkzeuge sind im Netz zu finden.

 

 

 

Mit dem Sichtbarkeitsindex den Wettbewerb analysieren

 

 

Schritt 1: Keywords und Konkurrenten recherchieren

Der wichtigste Schritt, um einen sinnvollen Vergleich der Kennzahlen anzustellen: Kennen Sie Ihren Status quo. Welche Keywords sind für Sie relevant? Welche davon verwenden Sie zur Zeit und wie stehen Sie selbst im Ranking da? Als erstes können Sie sich zu Ihren Keywords die Top Ten auf Google anschauen – wer ist mit diesen Suchbegriffen auf den begehrten Plätzen gelistet? So identifizieren Sie Ihre stärksten Konkurrenten.

 

Schritt 2: Relevante Daten vergleichen

Sie können in der Suchmaske Ihres Tools meist mehrere Domains eingeben, um sie miteinander zu vergleichen. So erhalten Sie eine Gegenüberstellung der wichtigsten Kennzahlen. Neben dem reinen Sichtbarkeitsindex gibt es noch eine Menge sehr spannender Daten, die sich zur Analyse eignen.

 

Verlauf des Sichtbarkeitsindex: Schauen Sie sich die Kurve eines Wettbewerbers an – ist da eine stetige Steigerung der Kennzahl zu beobachten, oder geht die Kurve eher nach unten? So gewinnen Sie einen Eindruck, wie erfolgreich die Konkurrenz mit ihren SEO-Maßnahmen im Allgemeinen ist. Geht die Kurve eines Mitbewerbers beispielsweise stetig nach oben – ohne große Schwankungen –, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich das Unternehmen aktiv mit der Steigerung der Sichtbarkeit im Internet auseinandersetzt, also SEO (Search Engine Optimization) betreibt.

 

Keywords: Prüfen Sie, wie Ihre stärksten Wettbewerber mit relevanten Keywords ranken. So können Sie auch weitere wichtige Suchbegriffe identifizieren, die Sie bei der ersten Recherche vielleicht übersehen haben.

 

Top-Rankings: Wie oft tauchen Ihre Wettbewerber mit den verwendeten Keywords auf Seite 1 bei Google auf? Dieser Wert ist sehr aussagekräftig, um die Performance eines Konkurrenten zu beurteilen. Die ersten zehn Suchergebnisse werden mit großem Anstand am häufigsten angeklickt. Der Anbieter SISTRIX hat herausgefunden: »Fast 60% aller organischen Klicks entfallen auf Position 1. Position 2 erhält mit rund 15% nur noch ein Viertel der Klicks der ersten Position. Danach setzt sich der Abfall der Klickwahrscheinlichkeit nicht mehr ganz so schnell, aber doch deutlich fort. Das erste Ranking auf Seite 2 (Position 11) erhält nur noch 0,17% aller organischen Klicks.«

 

Links/Backlinks: Wie viele Links kommen von anderen Websites? Das gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie gut der Wettbewerber mit anderen Seiten vernetzt ist. Links von anderen Websites können einerseits Traffic und damit Interessenten bringen, andererseits können sie die Platzierung in den Suchmaschinen beeinflussen. Je größer und einflussreicher eine Website ist, die auf Ihre Inhalte verlinkt, desto positiver wirkt sich das auf Ihr Ranking aus. Aber Achtung! Der Kontext muss stimmen. Ein Link von einer Website, die mit Geschichten und Filmen rund um niedliche Hunde und Katzen berühmt geworden ist, bringt Ihnen selbstverständlich nur etwas, wenn Ihre Website thematisch passende Inhalte, Produkte oder Leistungen bietet. In diesem Fall z.B. Hunde- und Katzenfutter.

 

Anzahl der URLs: Etwas vereinfacht kann man sagen, dass die Anzahl der URLs die Anzahl der abrufbaren Seiten innerhalb der Website wiedergibt. So bekommen Sie einen Eindruck davon, wie umfangreich die Websiten der Wettbewerber sind.

 

Social Signals: Interessant sind auch die Zahlen zur Präsenz in den sozialen Medien. Wenn ein Unternehmen sehr aktiv auf Facebook, LinkedIn und Co. ist, weist das zwar nicht zwangläufig auf hohe Followerzahlen hin, bietet zumindest aber die Chance, Botschaften zielgerichtet zu verbreiten. Sie können hier auch sehen, welche sozialen Netzwerke die Wettbewerber bevorzugen.

 

Google Ads: Viele Tools lassen auch einen Vergleich der Anzeigen auf Google AdWords zu. So lässt sich herausfinden, ob Ihre Wettbewerber diese Anzeigen schalten und wie aktiv sie in diesem Bereich sind.

 

 

 

Schritt 3: Beurteilen

Wenn Sie die oben genannten Werte für verschiedene Domains miteinander vergleichen, können Sie einschätzen, wo ihre stärksten Konkurrenten stehen. Sie sehen zum Beispiel, mit welchen Keywords andere erfolgreich sind. Sie sehen, ob der Wettbewerber Suchmaschinenmarketing betreibt – und wie erfolgreich er mit diesen Maßnahmen ist. Sie sehen, ob es für Sie sinnvoll sein könnte, Google Ads zu schalten oder Ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken zu verstärken. Diese Einblicke helfen Ihnen dabei, die Ziele für die eigene Website zu definieren.

 

 

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Fazit

Es ist gut zu wissen, wie stark der digitale Wettbewerb ist – und wo man sich selbst aktuell verorten kann. Kennzahlen wie der Sichtbarkeitsindex und die ihn umgebenden Vergleichswerte geben Ihnen wertvolle Anhaltspunkte zur Einschätzung und Optimierung der eigenen Website. Auf dieser Basis können Sie konkrete Ziele für den nächsten Website Relaunch festlegen.

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Wettbewerbsanalyse gemacht? Ich freue mich über Ihre Kommentare hier im Blog oder gern auch per E-Mail.

 

Chris

Über: Chris

Als Partner und Gründer von vierviertel berät er unsere Kunden mit Schwerpunkt Strategie. Er ist begeisterter Wellenreiter, Grillmeister und Tennis-Sandplatzspezialist!

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