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Wie erstelle ich ein Corporate Design Manual für mein Unternehmen?

Bei uns zu Hause gibt es ein paar Regeln: Schuhe in den Schuhschrank, Jacken an die Garderobe, Händewaschen beim Nach-Hause-Kommen, Zahnpastatube zuschrauben und nicht singen beim Essen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn man nicht gerade versucht, sie den eigenen Kindern beizubringen, dann kennt man diese Regeln wahrscheinlich aus seiner eigenen Kindheit noch. Und in jeder Familie gibt's meistens noch spezielle Familienregeln. Nur so kann das Zusammenleben gut funktionieren. Meine Kollegen sind meine Arbeitsfamilie. Auch da gibt es ein paar Regeln: den „Casual Friday“ zum Beispiel oder in Präsentationen nur unsere Unternehmensfarben zu verwenden. Klar! Oder nicht? Damit man fix mal nachschlagen kann, falls man was vergessen haben sollte, gibt es ein Corporate Design Manual. Da steht alles nochmal ordentlich drin. Was alles genau? Und wie? Steht hier im Blogbeitrag.

 

 

Was ist ein Corporate Design Manual?

 

Ein Corporate Design Manual oder Styleguide oder Corporate-Design-Handbuch ist ein Nachschlagewerk, in dem die Regeln und Richtlinien für das Corporate Design eines Unternehmens dokumentiert sind. Daraus ergeben sich nicht nur formale Regeln zu Schrift, Form und Farbe, Formaten oder Bedruckstoffen, sondern zum Beispiel auch zum Corporate Behaviour. Alle Richtlinien dienen dazu, die Einheitlichkeit aller Kommunikationsmittel sicherzustellen. Dies kann über formale Kriterien hinausgehen und auch Richtlinien für Formulierungen von Schriftsätzen bis hin zum Verhalten der Mitarbeiter festschreiben.

Ein Corporate Design Manual ist die Dokumentation dessen, was in einem Corporate-Design-Entwicklungsprozess erarbeitet und festgelegt wird.

Früher wurde alles in einem dicken Ordner mit allen erarbeiteten Regeln und Richtlinien dokumentiert. Heutzutage sind es eher PDFs, die im Unternehmen vorliegen, oder es gibt ein Digital Brand Portal, wo alle Logos und Schriften, fertige Dokumentvorlagen und Templates etc. zum Download hinterlegt sind.

 

 

Wie läuft ein Corporate-Design-Prozess ab?

 

In der Regel wird eine Agentur mit der Entwicklung eines Corporate Design beauftragt. In dessen Rahmen werden oft ein Leitbild und ein Gesamtkonzept entwickelt, auf das sich die Corporate Identity und damit auch das Corporate Design stützen. In dem Entwicklungsprozess werden Elemente festgelegt, die die Einheitlichkeit der Marke im öffentlichen Auftritt festigen. Daraus resultierend werden Vorgaben im Corporate Design Manual dokumentiert.

Möchten Sie mehr über einen Corporate-Design-Prozess erfahren, lesen Sie dazu alles über Branding und Markenentwicklung.

Die nötigen Grundlagen werden meist in einem Workshop gemeinsam mit der Agentur und den beteiligten Mitarbeitern erarbeitet.

 

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Was gehört in ein Corporate Design Manual hinein?

 

Ein Corporate Design ist ein fluider Prozess. Während Basiselemente sich für gewöhnlich viele Jahre halten, gibt es für deren Anwendungen oft neue Anforderungen und dadurch stetig Veränderungen, die im Corporate Design Manual festgehalten werden müssen.

Zu den Basiselementen gehören natürlich die in dem Leitbild festgelegten Unternehmenswerte. Dazu passend können auch Statements dokumentiert werden, die das Leitbild wiedergeben.

Oft werden auch Richtlinien für das Corporate Behaviour festgelegt. Dazu zählen Verhalten gegenüber Kunden, Verhalten gegenüber Kollegen, aber auch Kleidungsstil oder Verhalten in sozialen Medien, wenn das Unternehmen vertreten wird.

Des Weiteren wird das Logo dargestellt, ebenso in welchen Größen, Proportionen und Farben es abgebildet werden darf.

Gibt es eine Wortmarke oder einen Unternehmensslogan, sollten wie beim Logo alle Größen, Proportionen und Farben, die verwendet werden dürfen, abgebildet sein. Auch die Kombination von Wortmarke oder Slogan mit dem Logo muss festgelegt werden.

Eine festgelegte Farbpalette mit dazugehörigen Farbklimatafeln und allen RGB-/ CMYK- und Hexadezimalwerten für die Farbdarstellung auf Websites etc. sollte vorliegen.

Alle verwendeten Schriften mit allen Schriftschnitten, die verwendet werden dürfen, sollten hinterlegt sein.

Werden für die interne und externe Kommunikation Vorlagen erstellt (Powerpoint, Excel oder Word etc.), müssen dafür ebenfalls Richtlinien festgesetzt werden. Das Gleiche gilt für Briefpapier, Visitenkarten und E-Mail-Templates.

Werden Beschilderungen, Fahrzeugbeschriftungen oder Informations- und Leitsysteme für die Büroräume erstellt, sollten diese ebenfalls im Corporate Design Manual dokumentiert werden.

Zu allen Richtlinien und Regeln sollte es Beispiele für Dos and Dont's geben.

 

Beispiel: Corporate Design Manual von FINDEFIX – Das Haustierregister
des Deutschen Tierschutzbundes

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FINDEFIX_Manuel01_1920x1200

Das Design-Manual dokumentiert alle Vorgaben des Corporate Designs. 

 

 

Wer braucht denn ein Corporate Design Manual?

 

Also sagen wir mal so: Es gibt kein Patentrezept. Aber je mehr Menschen an der Marke „mitarbeiten“, desto besser ist es, wenn es klare Regeln für den Einsatz von Kommunikationselementen gibt, vor allen Dingen dann, wenn es zum Beispiel viele Zweigniederlassungen in verschiedenen Ländern gibt, wo es auch unterschiedliche Auffassungen von „schönem Design“ gibt. Andere Länder – andere Sitten. Wenn man eine stringente Außenwahrnehmung für seine Marke oder sein Unternehmen möchte, dann ist ein Corporate Design Manual unerlässlich.

Für kleine Unternehmen gilt: Vermutlich müssen nur wenige Personen (z. B. das Marketingteam und/oder eine Kommunikationsagentur) mit den Vorgaben arbeiten, deshalb muss das Manual nicht zwingend so umfangreich sein wie in einem Weltkonzern. Eine klare Dokumentation von verwendeten Kommunikationsmitteln hilft aber oft schon ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen.

 

 

Fazit

 

Ein Corporate Design Manual ist sehr wichtig für die Wahrung und Sicherstellung eines einheitlichen Erscheinungsbildes nach außen. Natürlich ist es auch wichtig für die Markenbildung, denn mit einem stringenten Auftreten hat eine Marke einen hohen Wiedererkennungswert. Wenn Sie gerade über ein neues Branding nachdenken oder die Entwicklung eines neuen Logos, empfehle ich Ihnen unseren Branding Guide. Ich schreibe jetzt mal ein kleines Corporate-Familien-Manual ... vielleicht hilft's :-)

 

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Britta von Oeynhausen

Über: Britta von Oeynhausen

Als Senior Projektmanagerin Marketing koordiniert und steuert sie bei vierviertel Inbound- und weitere Marketingprojekte. Sie hat bereits langjährige Erfahrung im Marketing auf Unternehmensseite gesammelt. Sie ist passionierte Hobbybäckerin und sportelt im Outdoor-Bootcamp.

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